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Zwei Prozent klingen harmlos. Nach zwanzig Jahren ist es ein Drittel.

Kurz gesagt: Der Kontostand ändert sich nicht, der Wert schon. Selbst wenn die EZB ihr Ziel von 2 % auf mittlere Sicht genau trifft, sind 100.000 € nach zwanzig Jahren real noch rund 67.000 € wert. Im August 2026 lag die Inflation bei 2,9 %, Tagesgeld brachte im Schnitt 1,95 %. Der Rechner weiter unten zeigt Ihre Zahl statt eines Beispiels.

Aktualisiert am · Michael Jung, Sachwert-Spezialmakler

Der Normalfall

Warum auch der gute Fall Geld kostet.

Bei der Strategieüberprüfung im Juli 2021 hat die EZB 2 % Inflation auf mittlere Sicht als Ziel festgelegt. Das ist bewusst so gewollt und volkswirtschaftlich gut begründet. Für Ihr Guthaben heißt es trotzdem: Selbst wenn alles nach Plan läuft, verliert es jedes Jahr an Kaufkraft. Nicht erst in einer Krise, sondern im Normalbetrieb.

100 € von heute, wenn die EZB ihr Ziel von 2 % jedes Jahr genau trifft. Kein Krisenszenario, sondern der Plan.

Nach zehn Jahren sind es noch 82 €, nach zwanzig 67 €, nach fünfundzwanzig 61 €. Eigene Berechnung mit dem Inflationsziel der EZB.

2 %
Inflationsziel der EZB auf mittlere Sicht, festgelegt bei der Strategieüberprüfung im Juli 2021. Auch wenn das Ziel genau erreicht wird, verliert Geld jedes Jahr an Wert.
2,9 %
Inflationsrate in Deutschland im August 2026 gegenüber August 2025, Energie +10,5 %
1,95 %
Durchschnittszins für Tagesgeld aller verglichenen Banken

Rechner

Was bleibt von Ihrem Geld?

Zwei Blickrichtungen auf dieselbe Frage. Der Ausblick rechnet Ihr Guthaben mit drei Inflationsszenarien in die Zukunft, den Zins des Tagesgelds gegengerechnet. Der Rückblick zeigt mit echten Zeitreihen, was aus 10.000 € seit einem Jahr Ihrer Wahl geworden wäre.

100.000 €

Mit welcher Inflation rechnen wir?

So viel Inflation will die EZB auf mittlere Sicht. Das ist der gute Fall, nicht der schlechte.

Davon real übrig

67.297 €

Auf dem Kontoauszug stehen weiter 100.000 €. Kaufen können Sie dafür noch so viel wie heute für 67.297 €.

Verlust in 20 Jahren

− 32.703 €

Das sind 32,7 % Ihrer Kaufkraft. Was heute 100 € kostet, kostet dann 149 €.

Mit Tagesgeld-Zins

99.024 €

Real, bei 2 % Zins über die ganze Zeit. Der Zins bremst den Verlust, er stoppt ihn nicht.

100.000 € bei 2 % Inflation: nach 20 Jahren noch 67.297 € wert, ein Verlust von 32.703 € oder 32,7 %.

Was davon lässt sich vermeiden? Fragen Sie nach:+49 170 7676706Kostenlos, ohne Termin. Beratung auf Deutsch und Englisch.

Modellrechnung mit einer gleichbleibenden Rate über die ganze Zeit. Die tatsächliche Inflation schwankt von Jahr zu Jahr. Keine Prognose und keine Anlageberatung.

Auf dem Kontoauszug steht dieselbe Zahl. Deshalb merkt man es erst, wenn man etwas kaufen will.

Der Rückblick

Und wenn es doch schlimmer kommt?

Der Euro hat von 2001 bis 2025 37 % seiner Kaufkraft verloren. Das ist kein Ausnahmejahrzehnt, sondern der gemessene Durchschnitt. Zweimal ging es in Deutschland deutlich schneller: 1923 kostete ein Kilo Roggenbrot in Berlin am Jahresanfang 163 Mark und im November 233 Mrd. Mark. Und nach der Währungsreform 1948 blieben von 100 Reichsmark Sparguthaben 6,50 DM.

−37 %
Kaufkraftverlust des Euro von 2001 bis 2025 (Verbraucherpreisindex 77,0 → 121,9)
233 Mrd. Mark
kostete 1 kg Roggenbrot in Berlin am 19.11.1923. Am 03.01.1923 waren es 163 Mark.
6,50 DM
für 100 Reichsmark Sparguthaben nach der Währungsreform 1948

Das sind historische Ausnahmen, keine Prognose, und niemand sollte daraus ableiten, dass so etwas wiederkommt. Der Punkt ist ein anderer: Beide Male traf es Guthaben, nicht Sachwerte.

Was Sie tun können

Nicht alles bewegen. Nur wissen, was liegen bleibt.

  1. 01

    Rücklage festlegen

    Erst die Summe, die auf dem Konto liegen bleiben soll, und zwar bewusst. Alles danach ist eine Entscheidung, nicht mehr ein Versehen.

  2. 02

    Den Rest ansehen

    Was liegt seit Jahren unverändert da? Alte Tagesgeldkonten, ausgelaufene Festgelder, Erbschaften. Genau dieses Geld trägt den Verlust aus dem Rechner.

  3. 03

    Zwei, drei Formen statt einer

    Sachwerte, Versicherungen, Immobilien und Liquidität tragen unterschiedliche Risiken. Welche Mischung zu Ihnen passt, hängt an Ihrem Alter, Ihrem Ziel und daran, wie ruhig Sie schlafen wollen.

Was Sachwerte dabei wirklich kosten, steht offen unter Gold und Silber. Wie viel Ihres Guthabens bei einer Bankpleite gesetzlich geschützt wäre, rechnet der Einlagen-Check aus.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Ist Inflation nicht ganz normal?

Doch. Die EZB strebt 2 % auf mittlere Sicht sogar ausdrücklich an. Genau das ist der Punkt: Der Normalfall ist bereits ein planmäßiger Kaufkraftverlust. Wer nichts tut, verliert nicht bei einer Krise, sondern im Normalbetrieb.

Gleicht der Zins das nicht aus?

Im Moment nicht. Tagesgeld bringt im Schnitt 1,95 %, die Inflation lag im August 2026 bei 2,9 %. Die Differenz ist der reale Verlust. Und der Zins auf dem Konto ist noch zu versteuern, die Inflation nicht absetzbar.

Wie viel Geld sollte auf dem Konto bleiben?

So viel, wie Sie in den nächsten Jahren wirklich brauchen: Rücklage für Haus, Auto, Gesundheit und Unvorhergesehenes. Dieses Geld muss verfügbar sein, nicht rentabel. Die Frage ist nur, ob darüber hinaus noch sechsstellige Beträge liegen bleiben, weil sich niemand darum gekümmert hat.

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Mehr zu Ihrem Vermögen. Kurz, mit Quellen.

Michael Jung

Geschrieben und geprüft von

Michael Jung

Sachwert-Spezialmakler · Versicherungsmakler

  • 1996Geprüfter Versicherungskaufmann (IHK)
  • 2003Geprüfter Finanzwirt (bbw)
  • 2005Master Consultant in Finance
  • 2016–17Senior Consultant Edelmetallberater (GG-Akademie Berlin)
  • 2021Zertifiziert nach DIN 77230 (DEFINO)
  • 2023Zertifizierung Florida Premium Real Estate

Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d GewO · Vermittlerregister D-5D7P-3694H-28 · Zuletzt geprüft am

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